Lehren in und nach der Pandemie

In meinem letzten Beitrag habe ich einige Zeilen zum Lernen in Pandemiezeiten geschrieben. Jetzt folgen einige Überlegungen zu den Protagonisten, den Erzieher/innen und Lehrer/innen. In beiden Berufsfeldern kann man von einem 80%-Anteil an Frauen ausgehen. Eine Mehrzahl betreut auch noch die eigenen Kinder oder Enkelkinder bei der Fernbeschulung.

Bedeutung von Erzieherinnen und Lehrkräften

Er ist erstaunlich, dass Erzieherinnen und Lehrerinnen bisher so wenig öffentliche Beachtung erhalten haben. Es wird nämlich der Bedeutung ihres Einsatzes nicht gerecht. Zum Beispiel war ja die Notbetreuung in den Horten und Kitas eine große Leistung. Ohne die Betreuungsmöglichkeit, hätten Menschen in systemrelevanten Berufen gar nicht arbeiten können.

Es gibt erste Ansätze, die Erzieher/innen und Lehrkräfte deutlicher wahrzunehmen, schneller zu impfen zum Beispiel. Das kann man nur deutlich begrüßen!

Ausstattung von Kitas und Horten

Es ist ja auch weiterhin zu beachten, dass auch schon vor der Pandemie weder die Kitas noch die Schulen personell wirklich auskömmlich ausgestattet waren. Sobald eine Erzieherin oder Lehrkraft ausfiel, mussten im unterrichtlichen Bereich oft Doppelsteckungen aufgelöst oder in den Kitas Gruppen vergrößert werden. Dieser Zustand hat sich unter Pandemiebedingungen noch verschlimmert.

Nun ist die öffentliche Wahrnehmung der Protagonistinnen in Kita, Schule und Hort schön und wünschenswert. Außerdem wäre löblich, wenn sich die personelle Mangelsituation auch einmal verbessern würde.

Berufssituation von Erzieher/innen und Lehrkräften in den Blick nehmen und verbessern

Was ist aber mit der beruflichen Verfassung von Lehrkräften und Erzieher/innen und der pädagogischen Entwicklung ihrer Institutionen? Beides droht durch die Übermacht des aktuellen  Tagesgeschehen und dessen Bewältigung aus dem Blick zu geraten.

Aus meiner Supervisionspraxis mit Erzieher/innen, Lehrkräften und Schulleitern weiß ich, dass Schul- und Konzeptionsentwicklung oder Fortbildungen – mit geringsten Ausnahmen, z.B. im Bereich von Schulungen zum Bedienen und Handhaben von digitalen Lernplattformen und Video-Konferenzen – nicht stattfinden. Nicht stattfinden können!

Ich möchte hier auf ein brach liegendes Feld eindringlich hinweisen, das unseren Berufsbereich doch gerade ausmacht: Kommunikation – auch ad hoc-Gespräche in den „Pausen“ und zwischen Tür und Angel – auf den Austausch und die ZUSAMMENARBEIT mit Kolleginnen und Kollegen. Das sollten Schulleiter/innen als Zukunftsaufgabe im Kopf haben, wenn nicht gar sogar Studientage zur Reaktivierung des Gemeinschaftsgefühls nötig sein werden.

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